Presseinfo 5.06.2008

Energie vom Grünland
International besetzte Tagung in Kiel

Welche Perspektiven können Grünland zukünftig in der Energiepflanzenproduktion eingeräumt werden? Dieser Frage widmet sich am 23. Juni 2008 um 14 Uhr in der Industrie- und Handelskammer Kiel eine Tagung des Kompetenzzentrums Biomassenutzung in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Grünland und Futterbau der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Referenten aus dem In- und Ausland sprechen über die Möglichkeiten der energetischen Nutzung von Grünland, aber auch über daraus resultierende Umwelteffekte.

Raps (Biodiesel), Mais (Biogas) und Getreide (Ethanol) dominieren derzeit die Energiepflanzenproduktion. Doch auf die Zukunft projiziert hat Grünland als Basis für Nachwachsende Rohstoffe (Nawaro) zwei große Vorteile. Grünlandflächen sind zum Einen ausreichend vorhanden und stehen als Nawaro nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Zusätzlich erfüllt Grünland für den Boden-, Wasser- und Klimaschutz sowie die Biodiversität vielfältige Funktionen. Mit der Lieferung von Nawaros könnte Grünland eine weitere Funktion erfüllen und zu einer win-win-win Konstellation (Futter-Energie-Naturschutz) für die Gesellschaft beitragen.

Matt Sanderson vom US-Department of Agriculture Pennsylvania beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der energetischen Nutzung von Gräsern. Er wird die Möglichkeiten und Risiken der Erzeugung von "Biokraftstoffen der zweiten Generation" aus US-amerikanischer Sicht darstellen. Erich Pötsch von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein stellt die Potenziale der energetischen Nutzung des alpinen Grünlandes vor, aber auch alternative Verwertungsmöglichkeiten von Grünland wie etwa die sogenannte "Grüne Bioraffinerie". Mit Matthias Benke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen konnte ein kompetenter Fachmann gewonnen werden, der die Eignung von Futtergräsern zur Biogasproduktion für verschiedene Regionen Deutschlands präsentiert.

Die Tagung reiht sich in die etablierte Veranstaltungsreihe "Thematisches Netzwerk: Energieerzeugung aus Biomasse" ein, die 2006 von der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein und dem Institut für landwirtschaftliche Verfahrenstechnik der Universität Kiel initiiert wurde.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung und weitere Informationen: Tel.: 0431-218 4430, Fax: 0431-218 4431 oder per eMail: info@biomassenutzung-sh.de.



Pressemitteilung (pdf)



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